Kapitel 4 & 5 von „Liam und die Hilfe von oben“ jetzt verfügbar

Du möchtest mal wieder eine schöne und herzerwärmende Geschichte lesen, vielleicht auch mal fernab des ABDL-Genres? Dann schau dir doch mal meine neue Geschichte "Liam und die Hilfe von oben" an. Frisch upgedatet mit Kapitel 4 und 5. Viel Spaß beim Lesen!

„My Tamagotchi Forever“ und mein Problem damit

Ja, schon wieder ein Artikel über eine App, dieses Mal geht es um „My Tamagotchi Forever“. Man möge es mir verzeihen, dass nun wieder ein Eintrag über eine App erscheint. Wenn nicht, dann überspringt ihr den Artikel ausnahmsweise einmal und schaut einfach beim nächsten wieder rein. Voraussichtlich kommt dann etwas zur nächsten ABU (je nach Zeit und Lust).

Wer kennt sie nicht, die kleinen Quälgeister aus der Zeit um die Jahrtausendwende, eingesperrt in ihren kleinen Plastikkisten, ausgestattet mit drei kleinen Gummi-Knöpfen und einem nervenden Billig-Lautsprecher? Man musste diese Tamagotchis einfach lieben.
Ziel war es, die kleinen Kreaturen aufzuziehen, ihre Bedürfnisse zu erfüllen und möglichst nicht sterben zu lassen – quasi wie eine frühe Version der Sims (wobei man hier einfach den PC ausschalten konnte, wenn man nicht mehr weiterspielen wollte).

Vor einiger Zeit brachte Bandai Namco, die Entwickler hinter dem Spiel, schon einmal eine Tamagotchi-App heraus, die noch relativ ähnlich zu den damaligen Taschenmonstern funktionierte. Man spielte mit den Viechern, gab ihnen zu Essen, wusch sie, spülte ihre Kacke weg, las ihnen etwas vor und knipste das Licht aus, damit sie (und auch man selbst) Ruhe bekamen. Mit der Zeit wuchsen sie und nach ihrem Tod bekam man ein neues Ei mit einer eventuell neuen Spezies.

„My Tamagotchi Forever“ kurz zusammengefasst

Die neuste Variante, welche auf den äußerst kreativen Namen „My Tamagotchi Forever“ hört, hat mit dem Ganzen eigentlich nichts mehr zu tun. Das Spiel richtet sich meiner Auffassung nach immer noch sehr an das junge Publikum, allerdings ist die Art und Weise, wie die App aufgebaut ist, meiner Meinung nach sehr grenzwertig.
Wie bei den Tamagotchis üblich bekommt man zum Start ein Ei und daraus schlüpft eine Kreatur, um die es sich zu kümmern gilt. Aber da fängt das Problem an, denn für alles Mögliche wird entweder verlangt, dass man In-Game-Währung mit Echtgeld kauft oder man schaut sich immer und immer wieder Werbung an, um ein paar mickrige Kröten zu erhalten, die man wiederum für Inneneinrichtung ausgeben kann oder für Objekte, die man in der Stadt aufstellt.

Dazu bekommt man zum Beispiel immer dann, wenn man ein Level aufsteigt, ein kleines Geschenk. Aber statt sich darin Münzen oder Juwelen verstecken, schießt eine Blume daraus hervor, die den Spieler auffordert, an ihren Blättern zu drehen. Damit man das allerdings machen kann, muss man sich zunächst einen Werbespot anschauen, welcher i.d.R. 30 Sekunden läuft. Erst dann dreht sich der Kopf der Blüte und bleibt per Zufallsprinzip irgendwo stehen. Zufall? Wohl kaum. In 99% der Fälle bleibt der Zeiger bei den Münzen stehen. Nur ein einziges Mal bekam ich 3 Juwelen. Ja genau, 3! Den Jackpot habe ich bisher nie erdrehen können.

Mein größtes Problem: In-App-Purchases

Was ist schlimmer, als Werbung für die immer gleichen Spiele à la „Homescapes“ und „Coin Master“? Genau, für Zusatzcontent Geld verlangen – übermäßig viel Geld – bei einer App, die sich offensichtlich an Kinder richtet.

Kleines Beispiel: Du möchtest keine Werbung mehr sehen, wenn du die Abzocker-Blume drehst? Gar kein Thema! Gebe uns einfach 4,99€ pro Monat (!) von deinem hart ersparten Taschengeld oder schnapp dir die Kreditkarte deiner Eltern und schon musst du keine lästige Werbung mehr sehen!
Oder: Ach, du möchtest einen schönen Weihnachtsanstrich für deine Wohnung? Du weißt aber schon, dass das Geld kostet? – Ja, hier. Ich hab 2400 Münzen gesammelt. Müsste doch reichen. – Geh weg damit! Wir wollen Juwelen. Wie, du hast keine? Kein Problem: Kauf dir einfach für 2,29€ 20 Juwelen und du kannst es dir leisten. Dann bleibt sogar noch etwas übrig für die Blütenbeige Wand. Für den Bonsai musst du dann aber doch noch etwas tiefer in die Tasche greifen, schließlich ist der nur für dich gezüchtet worden, im Fair Trade Anbau.

Hier mal ne kleine Liste, was die Juwelen den Kindern aus der Tasche ziehen können:
Kleiner Diamanthaufen (20 Juwelen): 2,29€
Mittlerer Diamanthaufen (75 Juwelen): 6,99€
Großer Diamanthaufen (150 Juwelen): 8,99€ (wird als „meistverkauft“ beworben)
Extragroßer Diamanthaufen (650 Juwelen): 26,99€
Sack voller Diamanten (1400 Juwelen): 54,99€
Riesenkiste voller Diamanten (4000 Juwelen): 109,99€ (wird als „Top-Preis“ beworben)

Sorry, aber bei der Liste bekomme ich einen spontanen Würgereiz. Da nützt auch der Hinweis der Entwickler in der App-Beschreibung meiner Meinung nach nichts. Sie äußern sich nämlich wie folgt:
HINWEIS: My Tamagotchi Forever ist kostenlos herunterlad- und spielbar, einige Gegenstände im Spiel können jedoch für echtes Geld erworben werden. Du kannst In-App-Käufe in deinen Geräte-Einstellungen deaktivieren.

Mein Fazit zu „My Tamagotchi Forever“

Das Spiel ist nett gestaltet, keine Frage. Es macht auch Spaß, das Vieh beim Aufwachsen zuzusehen. Es ist so nervig, wie auch die alten Tamagotchis, sofern man die Push-Benachrichtigungen eingeschaltet hat. Die erhält man nämlich, wenn das Monster aufgewacht oder sich in den Wrack gekackt hat. Damals hat es noch nervig gepiept, heute macht es „Ding“ oder vibriert in der Hosentasche.

Die Preise für Juwelen sind eine Frechheit, besonders wenn man die Zielgruppe beachtet, für welche das Spiel gedacht und gemacht ist. Man kommt zwar auch ohne zurecht, muss sich dann allerdings Werbung ohne Ende reinziehen.

Der Trend geht jedoch zu solchen Spielen. Sie sollen anfangs nichts kosten, dann aber im weiteren Spielverlauf zu Zahlungen animieren. Ich vermisse die gute, alte Zeit, in der es noch zwei Versionen der App gab: Eine Demo und eine Vollversion zu einem bestimmten Preis. So muss ich leider sagen, ist das Spiel nach Erstellung des Artikels sofort wieder von meinem Handy geflogen und wird auch wahrscheinlich keine zweite Chance von mir bekommen.

My Tamagotchi Forever
My Tamagotchi Forever

Kleiner Tipp am Rande ist das Spiel Hatchi. Es baut auf den Klassiker von damals auf, die Optik ist der der ehemaligen Tamagotchis nachempfunden und sie nervt nicht mit In-App-Käufen (sie sind zwar vorhanden, allerdings suche ich momentan immer noch danach – im App Store sieht man sie allerdings). Jedoch kostet sie einmalig 1,99€, was sie meiner Meinung nach absolut wert ist. Einziges Manko: Sie ist nur noch für iOS verfügbar, unter Android scheint es sie nicht mehr zu geben. Wer eine Alternative entdeckt hat, kann sie gerne mal in den Kommentaren mit den Lesern teilen.

‎Hatchi
‎Hatchi
Entwickler: Portable Pixels
Preis: Gratis+

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